3. Entwurf eines Systems von Urprinzipien


Es ist sicher möglich, die Naturprozesse aus dem Zusammenwirken der Urprinzipien zu erklären, wenn man sich mit einer qualitativen Beschreibung zufrieden gibt. Dem Anfang aller Naturgesetze ist auch eine qualitative Beschreibung der Vorgänge in der Natur vorausgegangen.
Für weitergehende Untersuchungen zu den Urprinzipien ist es jedoch unumgänglich, auch hier eine quantitative Beschreibung einzuführen. Das ist nicht so leicht wie bei physikalischen Größen. Eine Ähnlichkeit zu physikalischen Gesetzen besteht für das Urprinzip Energie, wenn es im Bereich der Materie quantitativ gefasst wird. Auf menschliche Bereiche wie Tatkraft, Willensstärke oder persönliche Durchsetzungskraft angewendet, versagen die strengen, quantitativen Messungen der Physik.
An den menschlichen Anwendungsbereichen wird deutlich sichtbar, dass es sinnvoll ist, die Urprinzipien in ihrem Verhältnis zum Ganzen zu betrachten. So ist nicht das absolute Maß der Energie für einen Prozess wichtig, sondern die harmonische Einbindung. Eine solche Betrachtungsweise scheint vor allem für evolutionäre Prozesse geeignet zu sein.
Die im folgenden gewählte quantitative Darstellung der Urprinzipien orientiert sich an den Zuständen von Harmonie und Disharmonie. Eine solche polare Beschreibung ist der menschlichen Betrachtung der Evolutionsprozesse in der Natur angepasst. Erfolgt eine Entwicklung harmonisch, dann kann man darunter eine Höherentwicklung und Stabilisierung auf einer höheren Stufe verstehen. Eine disharmonische Entwicklung führt dagegen zu Spannungen, die bis zum Bruch oder der Zerstörung des Objektes der Entwicklung führen können. Dabei sind beide Entwicklungsmöglichkeiten notwendig und es soll keine Wertung in den Begriffen Harmonie und Disharmonie mitschwingen, denn es liegt aus verständlichen (menschlichen) Gründen nahe, hier schnell eine Wertung in "gut" und "schlecht" durchzuführen.
Wirkt in einem Entwicklungsprozess das Urprinzip Konzentration disharmonisch, so kommt es entweder zu einer "vorzeitigen" Verhärtung und Erstarrung oder es kann keine Stabilität erreicht werden und alles Gewachsene läuft wieder auseinander.
Sowie nach dem Urknall ein wenig mehr Materie als Antimaterie vorhanden war, so muss auch ein klein wenig mehr Harmonie als Disharmonie vorhanden gewesen sein, sonst könnten wir heute keinen Sternenhimmel sehen.

Der Ursprung eines auf Harmonie und Disharmonie beruhenden Koordinatensystems zeigt die Neutralität des betreffenden Urprinzips an der Entwicklung an. Eine solche Darstellung ist auch grundverschieden von einer quantitativen Darstellung physikalischer Größen. Der Zustand eines Urprinzips (ob harmonisch oder disharmonisch) kann nur aus der Wechselwirkung der Urprinzipien untereinander bestimmt werden. Jedes Urprinzip tritt im Prozess der Evolution mit jedem anderen in Wechselwirkung und überlagert sich so zum Gesamtzustand des Urprinzips.

                                                        


Inhalt                   weiter                   zurück