7. Die Abbildung der Urprinzipien auf die physikalische Struktur des Planetensystems


7.1 Das Zentrum des Planetensystems - Egozentrik


Die Sonne ist das Zentrum des Planetensystems in mehrfacher Hinsicht. Ihre Masse ist rund 700 mal größer als die Masse der übrigen Planeten und Monde. Damit bildet sie das Schwerkraftzentrum. Die Energieumwandlungsprozesse des Planetensystem sind ebenfalls in der Sonne konzentriert, ihre Strahlungsenergie übertrifft die abgestrahlte Energie der anderen Himmelskörper um ein Vielfaches. Für das Leben auf der Erde ist sie ebenfalls von zentraler Bedeutung. Kulturhistorisch kommt der Sonne auch die Bedeutung eines geistigen Zentrums zu. In vielen Religionen gab es eine kultische Verehrung der Sonne. Oft wurde diese Sonnenanbetung mit einem Herrscherkult verbunden.
Die "Sphäre" der Sonne repräsentiert im Planetensystem in einem hohen Maße das Urprinzip der Egozentrik.
 

7.2 Die Sphäre des Merkur - Information


Die Merkursphäre ist im Vergleich mit den anderen Sphären durch die höchste Bahngeschwindigkeit, durch eine große Exzentrizität(0,206) und Bahnneigung charakterisiert. Es ist die Sphäre im Planetensystem, die am instabilsten ist. Der Merkur als Planet ist dem chaotischen Bereich seiner Bahn am nächsten. Das kann in ferner Zukunft dazu führen, dass er eine so starke Exzentrik seiner Bahn bekommt und ein Zusammenstoß mit der Venus oder das Verlassen des Sonnensystems möglich werden. Betrachtet man die Kreisbewegung des Planeten um die Sonne als Schwingung, so besitzt die Sphäre des Merkur die größte Frequenz.
Abgebildet auf das System der Urprinzipien entspricht die Sphäre des Merkur am ehesten dem Urprinzip Information. Informationsprozesse sind an hohe Frequenzen gebunden, da nur über hohe Frequenzen ein Optimum an Übertragungszeit und Informationsmenge erreicht werden kann.
 

7.3 Die Sphäre der Venus - Harmonie


In einem Abstand von ungefähr 0,723 AE (Abstand der Erde = 1,0) umkreist die Venus die Sonne in einer fast kreisförmigen Bahn. Die Exzentrizität (0,0068) der Bahn ist die kleinste im Planetensystem. Die Kreisbahn und die Kreisbewegung als die harmonische Bahn und Bewegung schlechthin wird von keinem anderen Planeten besser repräsentiert. Die Venus besitzt darüber hinaus noch das größte Rückstrahlvermögen (Albedo) im Planetensystem. In ihrem hellsten Glanz kann sie sogar am Tage gesehen werden.
Ihr Glanz als Morgen- und Abendstern sowie die harmonische Umlaufbahn um die Sonne lassen die Sphäre der Venus als die Sphäre der Harmonie erscheinen.
 

7.4 Die Sphäre Erde - Mond - Emotion


Die Sphäre Erde - Mond ist nach bisherigen Erkenntnissen die Sphäre des biologischen Lebens. Der Abstand zur Sonne sowie die anderen Bahnelemente wie Exzentrizität, Bahnneigung und mittlere Entfernung von der Sonne sind nicht nur für die Entstehung des Lebens, sondern auch für eine Entwicklung geeignet. Die durch die Bahnelemente der Erde verursachten Veränderungen (Wetter, Jahreszeiten) im Jahresablauf schaffen genügend Dynamik für Zyklen in der belebten Natur, die ständige Neuanfänge ermöglichen.
Diesem Jahreszeitenwechsel ist ein noch schnellerer Wechsel überlagert: der Mondzyklus. Einem Jahreslauf der Erde entsprechen 12 Mondumläufe. Der Mondzyklus wirkt, wenn auch nicht so stark, ebenfalls auf das Leben ein. Die mathematische Behandlung der Bewegung des Mondes in seiner Bahn gehört zu den kompliziertesten Aufgaben der Himmelsmechanik. Über größere Zeiträume ist die Bahn des Mondes unberechenbar.
Das Problem der Entstehung des Mondes ist ebenfalls sehr kompliziert und noch immer nicht gelöst. In letzter Zeit wird eine Katastrophentheorie den anderen Hypothesen vorgezogen. Danach soll der Mond aus dem Zusammenstoß der noch jungen Erde mit einem anderen (marsgroßen) Planetenkörper entstanden sein. Die Reste dieses Zusammenstoßes aus den Hüllen dieser Körper sind dann in der Erdumlaufbahn zum Mond kondensiert. Damit lassen sich eine Reihe von Eigenschaften des Mondes erklären: relativer Eisenmangel und hoher Schmelz- und Siedepunkt des Mondgesteins, die Neigung der Mondbahn und der große Drehimpuls des Systems Erde - Mond.
Das Urprinzip der Emotion ist das Urprinzip, das vielleicht am wirkungsvollsten in der Biosphäre des Planetensystems konzentriert wird.
 

7.5 Die Sphäre des Mars - Energie


Der Mars ist der erste (oder letzte) Planet der inneren Planetengruppe. Die Exzentrizität seiner Bahn ist relativ hoch, was Johannes Kepler dazu veranlasste, die Bahn des Planeten als Ellipse zu berechnen. Betrachtet man die Sphäre der Planetoiden als eine Übergangssphäre, dann ist Mars der erste Planet der inneren Planeten, die sich in ihrer Zusammensetzung, Masse und Aufbau wesentlich von den übrigen großen Planeten des Sonnensystems unterscheiden. Der Teil des Ursonnensystems, der sich dann zur zentralen Sonne zusammengezogen hat, muss seinen Beginn in der Nähe der Marsbahn gehabt haben.
Vielleicht hat die Ursonne zum ersten Mal tiefrot aufgeleuchtet, als Grenzen ihrer Oberfläche noch bis zur heutigen Marsbahn reichten. Das mag hypothetisch klingen, aber sicher muss es einen ersten Impuls gegeben haben, der den zentralen Teil des Protosternes zur Kontraktion gebracht hat. Innerhalb der Marsbahn muss soviel Materie vorhanden gewesen sein, dass eine Eigendynamik zur Entstehung des Zentrums des Sonnensystems einsetzen konnte.
Vergleichbar diesem Zustand der Sonne sind die T-Tauri-Sterne. Sie bestehen aus Gas und Staub, haben Radien von mehreren Astronomischen Einheiten (Abstand Erde-Sonne) und Temperaturen von ca. 700 K. Es sind junge Sterne, deren Wasserstoffbrennen im Kern gerade angefangen hat.
Das Urprinzip der Energie könnte dieser Sphäre zugeordnet werden. Hier im Sinne eines Urimpulses, einer ersten Energieproduktion der Protosonne.
 

7.6 Die Sphäre der Planetoiden - Transformation I


Die Planetoiden sind nicht zu einem einheitlichen größeren Planeten verschmolzen. Der Jupiter mit seiner relativ großen Masse könnte das verhindert haben.
Ein Teil der heutigen Planetoiden sind Bruchstücke früherer größerer Planetoiden. Durch die gegenseitigen Störungen und Zusammenstöße (Fragmentationsprozesse) sowie durch die Gravitationswirkung des Jupiter auf diese Sphäre werden immer wieder kleinere Planetoiden eine instabile Bahn bekommen und aus dieser Sphäre herausgedrängt. So können große Bahnexzentrizitäten auftreten. Kleine Planetoiden kreuzen so die Bahnen der größeren Planeten und können mit diesen zusammenstoßen. Trifft ein solcher kleiner Planet mit der Erde zusammen, so sind die Auswirkungen katastrophal für die gesamte Erde. Das Artensterben vor ungefähr 65 Millionen Jahren könnte, einer Hypothese nach, durch einen solchen Zusammenstoß ausgelöst worden sein. Die Beobachtungen von Planetoiden, die nahe an der Erde vorbeigeflogen sind, untermauern diese Hypothese.
Das Urprinzip der Transformation als das Prinzip einer radikalen Veränderung, eines Überganges, wird durch diese Sphäre angezeigt.
 

7.7 Die Sphäre des Jupiter - Wachstum


In der Entstehungsphase des Planetensystems herrschten in der Sphäre des Jupiter Bedingungen vor, die den Akkretionsprozessen (Aufsammeln von Materie) den Vorrang vor den Fragmentationen ( Zerkleinerung von Himmelskörpern) gegeben haben. Die in dieser Sphäre aufgesammelte Materie ließ den Jupiter mehr als dreimal so schwer werden, wie den nächst größeren Planeten, den Saturn. Die Wachstumsprozesse sind die mit Abstand größten in der Peripherie des Planetensystems gewesen. Noch heute zwingt der massereiche Jupiter Kometen und kleine Planetoiden in diese Sphäre.
Das Wachstum als Urprinzip findet in den Verhältnissen der Jupitersphäre seine Entsprechung.
 

7.8 Die Sphäre des Saturn - Konzentration


Es ist schwierig, der Sphäre des Saturn ein Urprinzip zuzuordnen, das sich an physikalischen Gegebenheiten orientiert und nicht mythologische Erklärungen benutzt.
Saturn hat eine Entwicklung durchlaufen, die dem Jupiter noch bevorsteht. Die Planeten haben sich vor ungefähr 4,6 Milliarden Jahren gebildet. Vor ca. 2 Milliarden Jahren begann ein Prozess des Saturn, bei dem die Temperatur erstmals unter den Kondensationspunkt des Heliums sank. So konnte Helium an der Obergrenze einer Region im Inneren kondensieren, in der die Gravitationsenergie in Wärme umgewandelt wurde. Im Vergleich mit Jupiter besitzt der Saturn weniger Helium in der Atmosphäre.
Der Saturn umläuft die Sonne in einer Sphäre, in der die Prozesse der Abkühlung und Konzentration (im Vergleich mit dem Jupiter) stärker und schneller verlaufen sind.
Der Vergleich der Evolution der beiden Planeten Jupiter und Saturn lässt die Sphäre des Saturn als Widerspiegelung des Urprinzips der Konzentration erscheinen.
 

7.9 Die Sphäre des Uranus - Spontanität


Der Uranus weist eine Menge Besonderheiten gegenüber den Planeten Jupiter, Saturn und Neptun auf. Die Neigung seiner Bahnachse ist so groß (98°), dass er eigentlich eine rückläufige Rotation zeigt. Er besitzt ein ungewöhnlich starkes Magnetfeld, das 60° zur Rotationsachse geneigt ist. Dabei ist zur Zeit noch nicht ganz klar, ob der Planet sich in einem Prozess der Polumkehr befindet. Die Wechselwirkung der Magnetosphäre mit der Atmosphäre führt zu intensiven Leuchterscheinungen (Elektroglühen) in den höheren Schichten der Atmosphäre. Im Gegensatz zu den anderen Planeten sind seine Polgebiete wärmer als die Äquatorebenen.
Die Entstehung des Uranus ist nicht geklärt. Es wird angenommen, dass der Planet in den Anfängen seiner Entwicklung entweder mit einem oder mehreren großen Himmelskörpern zusammengestoßen ist. Er könnte auch in einen riesigen Kometenschwarm (Wassereis) geraten sein. Das würde auch das tiefe Meer aus überhitztem Wasser im Inneren und das Fehlen einer eigenen Wärmequelle erklären.
Eine Entsprechung für diese Sphäre wäre das Urprinzip der Spontanität, wobei hier vielleicht mehr der Aspekt des Ungewöhnlichen zum Ausdruck kommt.
 

7.10 Die Sphäre des Neptun - Versöhnung


Der Neptun bildet den Abschluss einer Sphärenregion, die mit der Bahn des Jupiters begann. Er besitzt nach der Venus die Bahn mit der zweitkleinsten Exzentrizität. Seine Bahn kommt der idealen Kreisbahn nahe. Das spricht für eine stabile und harmonische Bahn. Es könnte ein Hinweis sein für eine zweite Sphäre der Harmonie, jedoch würden diese beiden Sphären dann durch die Zugehörigkeit zu zwei verschiedenen Sphärenregionen andere Bereiche ihrer Wirksamkeit haben.
Das Urprinzip der Versöhnung (als eine Art "Höherer Harmonie") lässt sich dieser Sphäre zuordnen; wobei entsprechend der geforderten Orthogonalität der Urprinzipien keine direkte Übereinstimmung mit der Sphäre der Venus bestände.
 

7.11 Die Sphäre des Pluto - Transformation II


Jenseits der Bahn des Neptuns liegt eine zweite Sphäre der Planetoiden, wobei noch nicht ganz klar ist, ob es sich auch um Kometenmaterial handelt. Der Pluto gehört dieser Sphäre an und ist der mit Abstand größte und massereichste Planetoid. Die extrem große Exzentrizität (0,248) ist vergleichbar mit der Exzentrizität der größeren Planetoiden Pallas und Juno der ersten Sphäre der Planetoiden zwischen Mars und Jupiter. Es wird angenommen, dass die Himmelskörper dieser Sphäre einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der äußeren Planeten genommen haben.
Es ist weiterhin anzunehmen, dass diese Sphäre ebenfalls einem Urprinzip zuzuordnen ist. Da die Ähnlichkeit mit dem ersten Planetoidengürtel sehr groß ist, muss es ähnlich wie bei Venus und Neptun hier eine Art "Höherer Transformation" sein, was dieses Urprinzip beschreiben könnte.

Inhalt                   weiter                   zurück